Mercedes Schuhe

Schuhe von Mercedes

Mercedes Schuhe online kaufen im ADLER Shop. Meine Schlussfolgerung Wer an den Begriff Mercedes glaubt, meint mehr an einen Luxuswagenhersteller als an eine Marke. Seit 1909, also 17 Jahre vor der Firmengründung, werden Mercedes-Schuhe in Osnabrück produziert. Die Belebung begann erst Ende 2005 nach der Übernahme von Mercedes Schuhe durch die HR-Gruppe. Hinter ihnen liegen die Schuhhändler Hamm und Reno und seitdem sind Mercedes-Schuhe vor allem im umfangreichen Angebot der Schuhkette Reno zuhause.

Das Highlight war wohl die Kooperation mit dem Fußballverein Werder Bremen, dessen offizielle Ausstatterin von 2006 bis 2010 Mercedes Schuhe war. Das ist für mich als alter Fußball- und Schuhliebhaber natürlich das ideale Steilmuster und so schickte ich mir ein Mercedes-Schuhpaar, um Sie durch mein Prüflabor zu ziehen.

Inwieweit sich die Schuhqualität mit der Automobilmarke des gleichen Namens messen kann, oder ob sie in der Spielzeit 2010/2011 ähnlich verläuft wie die 1st Team von Werder Bremen, werden Sie in meinem umfangreichen Testbericht herausfinden. Leider hätte ich mich über einen cleveren Name für das Modell meiner Wahl riesig gefreut, aber im Reno-Shop heisst der Shoe einfach "Mercedes-Halbschuh, schwarz".

Hier gibt es auf den ersten Blick nichts zu beklagen und der Mercedes-Schuh könnte die neue "Sechs" meiner Schuhsammlung werden. Besonders beeindruckt war ich von dem spitzen Vorderteil des Schuhes. So widersteht der Mercedes-Schuh dem vergänglichen Blicken. Waren die Mercedes-Schuhe noch während der Werder-Partnerschaft entworfen?

Muß ja, denn bei würdigen Gelegenheiten hat der Mensch mit diesen Schuhmodellen sicher nichts zu verlieren - dann schon lieber im St. Moritz. Bei der 4-paarigen Schnürung sind die Löcher von aussen gut sichtbar und nicht raffiniert im Glattleder verborgen. Es ist wahrscheinlicher, dass es für Wanderschuhe verwendet wird. Möglicherweise will der Mercedes-Schuh einfach nur abheben.

Doch zumindest die Außenform und der Slick-Leisten, auf dem der Gleitschuh hergestellt wurde, stimmen. Die Sägeblätter brummen durch das Schuhleder und teilen es in zwei Teile. Merkwürdigerweise schaue ich in den nun aufgeschlitzten Gleitschuh und was ich dort spüre und sehen kann, bringt das Herz meines Schuhliebhabers zum Ausbluten.

Schon jetzt kann ich mir vorstellen, welche Schmerzen mein Fuss nach einer kurzen Zeit in diesem Schuhe aushalten wird. Da ist ein Kissen in der Schuhzunge dafür. Natürlich, wenn der Rist zu hoch ist, kann hier ein Kissen Abhilfe schaffen, aber dafür gibt es Zubehör und niemand setzt alle Gäste unter den allgemeinen Verdacht eines zu hoch angesetzten Rists.

Gerade hier erhoffe ich mir ein schnelles Schwitzen im Fuß, da die notwendige Luftversorgung ausfällt. Auch ohne den Gleitschuh aufgeschlitzt zu haben, kann ich die Einlegesohle ohne großen Mühen auflösen. Also wird jeder, der hier mit einem Schuhanzieher festsitzt, in wenigen Sekunden seinen Schnürsenkel zerschlagen haben. Nirgendwo sonst gibt es eine Schweißnaht, die die einzelnen Teile des Schuhs verbindet.

Die Mercedes-Schuhe sind sicher gut für kurze Einsätze zu haben. Leider konnte ich mir nicht ausmalen, dass so wenig Detailverliebtheit in einem so ledernen Schuhe steckt. Die Bildreferenz auf der Lasche verheißt Vollleder im und am Fuß. Auch hier hat Mercedes kein Risiko eingegangen - die Bemerkung "Made in India" lasse ich hier aus.

Obermaterial, Futter und Fußsohle sind aus Echtleder und machen ein wenig Spaß. Sicher, das obere Teil des Leders ist etwas zu zart für mich selbst. Auch ich fürchte schnell auftretende Falten im Unterleder. Meiner Ansicht nach duftet hochwertiges gebräuntes Rindsleder voller und duftender.

Mercedes-Schuhe sammeln Punkte in Wassertests. Wie an seinen besten Tagen bei Werder-Keeper Tim Wiese springt das Regenwasser ohne Kommentar vom Band und läßt nichts durch. Die Angst vor den Mercedes-Schuhen löst sich nach dem Ausrutschen auf - jedenfalls in den ersten zehn Sekunden. Schuhbeschwerden sollten mein Lauferlebnis nicht beeinträchtigen?

Ja! Auf der Außenseite meines Spannes beginnen die Mercedes-Schuhe zu schieben. In der Tat entpuppt sich der enge letzte Teil, auf dem die Schuhe hergestellt wurden, als zu eng für mich. Mercedes-Schuhe sind für einen längeren Aufenthalt sicher nicht gut genug, es sei denn, der Besitzer tendiert zum Mashismus. Bei kurzen Auftritten über ein paar Wochen sind die Schuhe jedoch ausreichend - von längeren Ausflügen zu Messen und Wanderungen allein raten wir ab.

In der Schuhschachtel steckt dann das, was Mercedes an Schuhen fehlt: die Detailverliebtheit. Nebst einer Nylonschuhtasche zur Lagerung und zum Transportieren der Schuhe gibt es ein einfach verschmutztes Tuch und einen kleinen Kunststoffschuhanzieher. Ich hätte nicht so viel Accessoires erwartet, vor allem wenn ich an das unliebsame Kleben der Schuhe in der Fabrik denken würde.

Natürlich sind die Accessoires bei weitem nicht "hochwertig" und das schmutzige Tuch sollte nach einem einzigen Gebrauch für den Mülleimer bereit sein, aber die Hilfen bieten den Schuhhaltern ein schönes Startpaket und das finde ich wieder sehr löblich. Das kleine Schuhanzieher aus Kunststoff ist auch für die Reise geeignet und wird sicher ein treuer Wegbegleiter für neue Schuhbesitzer werden.

Ich wollte es mir vorenthalten, aber ich kann den schmutzigen Werbebesatz von Mercedes-Schuhen nicht vermeiden. Auf der Website können Sie sich voll und ganz informieren: "Wir haben seit 1909 an dem idealen Schuhmodell gearbeitet. Die Mercedes-Schuhe von 1909 spielten meiner Meinung nach noch in einer ganz anderen Klasse, sonst ist die lange Existenz des Traditionsunternehmens nicht zu ergründen.

Bei solchen Schuhmodellen, wie ich sie hier getestet habe, gibt es keinen Grund zum Berühmtheit. Ein zu unreifes Modell, eine beschämende Ausführung, bei der es an vielen Maßstäben mangelt und das ultimative Laufgefühl von Mercedes-Schuhen zu unangenehm ist. Zum einen wird viel Fett aufbereitet, was einen bestimmten Qualitätsstandard garantiert und zum anderen gibt es solche unzulässigen Verarbeitungsanweisungen im Schuh.

Im Preisbereich um 70 EUR (die Schuhe kosten mich genau 69,95 EUR) kann ich auch ein Konglomerat zwischen Einlegesohle und Außensohle erhoffen. Alles in allem haben mich die Mercedes-Schuhe sehr enttaeuscht und man kann ihre Lage mit der von Werder Bremen im Fruehjahr 2011 vergleichen: Hier gibt es viel Potential und es gibt immer gute Ansatzpunkte, aber am Ende wird es nicht ausgeschöpft.

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